Bei den Ottensamers ist die Klarinette Familiensache. Geprägt vom Vater Ernst Ottensamer, haben sich sowohl Daniel Ottensamer als auch Andreas Ottensamer dem melancholisch gefärbten, zugleich erstaunlich wandlungsfähigen Holzblasinstrument verschrieben. In der Wiener Musikerdynastie bekleidet Daniel die Position des Soloklarinettisten der Wiener Philharmoniker, während sein Bruder Andreas in gleicher Funktion bei den Berliner Philharmoniker wirkt – eine Konstellation, die die künstlerische Prägung durch den Vater umso eindrücklicher fortschreibt und insbesondere Daniel seit frühester Kindheit begleitete.
Mozart wie ein Gemälde betrachten
Im Zentrum steht ein Werk, das für jeden Klarinettisten eine besondere, lebenslange Bedeutung haben dürfte: Wolfgang Amadeus Mozarts Klarinettenkonzert. Kaum ein Stück des Repertoires begleitet Musiker so nachhaltig durch ihre Laufbahn und wandelt sich dabei mit jeder Phase künstlerischer Reifung. Dessen Interpretation gleicht für Daniel Ottensamer einem Gemälde: Während die erste Schicht trocknet, denke man bereits über die nächste nach, über Farbschattierungen und Details; bisweilen lasse man das Bild ruhen, um es später mit neuem Blick weiterzuführen. Mit diesem Schlüsselwerk geht der lebhafte Musiker nun gemeinsam mit Thomas Zehetmair und dem Stuttgarter Kammerorchester auf Tournee.
Plan B
Und sollte die Lust am klassischen Kernrepertoire einmal nachlassen, hat Ottensamer längst vorgesorgt: Mit seinem Ensemble Philharmonix schlägt er mühelos Brücken zu Gypsy, Klezmer und Latin Jazz – und zeigt, wie lebendig sich musikalische Tradition fortschreiben lässt.

