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Reisetipp: Ruhrgebiet

Kohle geht, Kultur bleibt

Gerade im Frühling lohnt sich für kulturell Interessierte eine Reise ins Ruhrgebiet.

vonRoland H. Dippel,

Unverständlicherweise gehört das Ruhrgebiet zu den unterschätzten Regionen Deutschlands. Man bräuchte mindestens einen Monat, um dort alle bedeutenden Architektur-, Museums-, Theater- oder Konzerthotspots zu besuchen, die kleineren Juwelen nicht inbegriffen. Das Musiktheater im Revier Gelsenkirchen, das Aalto-Theater, das UNESCO-Welterbe Zeche Zollverein und das Konzerthaus Dortmund sind Kulturbauten, die zu den besten des 20. Jahrhunderts zählen. Der Reichtum an Spielstätten und die ineinander übergehenden Stadtagglomerationen legen nahe, dass Zyklen an verschiedenen Veranstaltungsorten stattfinden und eine beeindruckende Vielfalt bieten. Das gilt für das Klavier-Festival Ruhr wie für das Oper bis Global Music umfassende Klangvokal Musikfestival Dortmund.

Im Musiktheater für die fünftgrößte Ballungsregion der Europäischen Union gibt es viel Zeitgenössisches und Rares. Auch die kleineren Häuser setzen regelmäßig auf Topniveau in Erstaunen, so das Theater Hagen mit der langen französischen Fassung von Verdis „Don Carlos“. Der Reichtum des Angebots ist immens. Dabei gehören Nachbarn wie Düsseldorf als größerer Standort der Deutschen Oper am Rhein und das Theater Wuppertal mit dem Tanztheater Pina Bausch geografisch gar nicht zum Ruhrgebiet. Besonders im Frühjahr häufen sich an Theatern des Ruhrgebiets die Raritäten. Zudem bieten die länger werdenden Tage Anlass zum Besuch der Heinrichshütte Hattingen oder der Folkwang Universität der Künste in Essen-Welten. Schloss Borbeck und Villa Hügel in Essen, Schloss Bodelschwingh als Partner von Oper und Ballett Dortmund und das Anneliese Brost Musikforum Ruhr, Auftrittsort der Bochumer Symphoniker, sind nur eine kleine Auswahl von Prachtorten. Bei Exkursionen merkt man schnell, dass der geografische Raum weitaus grüner ist als sein grauer Ruf. Man könnte sagen: Das Ruhrgebiet ist Deutschlands kulturelles Herz.

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