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Reise-Tipp: Győr und Umgebung

Unaussprechlich gut

Unweit von Wien landet man in der Umgebung von Győr, einer unterschätzten Provinz für Abenteurer, Kulturliebende und Reisende, die Stille suchen. 

vonSusanne Bánhidai,

Die ungarische Sprache hat so einige Hürden zu bieten und eine davon scheint gar nicht überwindbar, weil orthographische Zeichen und Artikulation so weit auseinanderliegen. Győr, Magyar, György – warum soll man ein GY als DJ aussprechen? Ganz ohne S- und Zischlaute? Dieses nicht nur für deutsche Zungen nervige Relikt aus der Runenzeit des Ungarischen ist für einen genussvollen Aufenthalt im westlichen Pannonien, wo Győr liegt, aber nicht entscheidend. Hat man den Ehrgeiz einer korrekten Aussprache einmal aufgegeben, eröffnet sich rund um Győr eine Region von bemerkenswerter Entspanntheit mit unkomplizierter Kulinarik, Natur und in überschaubarer Gesellschaft von Touristen, die über die noch familienfreundlichen Konditionen staunen.

Zwischen Flusslandschaft, Kultur und Klostertradition

In Győr mündet die Raab in die Moson-Donau, einem Seitenarm des großen Flusses. Um die Kleinstadt herum wirkt sich die von Mohn und Holunder geprägte Landschaft der „kleinen ungarischen Tiefebene“, die Richtung Plattensee ins waldige Bakony-Gebirge mündet – ein Paradies für Wanderer, Kletterer und Hobbyjäger. Győr besitzt alles für einen perfekten Ausgangspunkt zum Erkunden der Gegend: eine pittoreske Altstadt, ein Thermalbad mit großem Spielbereich für Kinder, Restaurants, studentisches Leben, Hotels, eine renovierte Synagoge und Einkaufsmöglichkeiten. Das Flussufer der Raab – so auch der deutsche Name der Stadt – lädt zum Verweilen oder Kanufahren ein. Zahlreich sind die Möglichkeiten, Tagesausflüge zu unternehmen und in Metropolen wie Budapest oder ins gern übersehene Bratislava weiterzureisen. Auch der beliebte Balaton, das ungarische „Meer“, das verniedlichend Plattensee genannt wird, ist nicht weit. Wenn man schon dort ist, sollte man in der Porzellanmanufaktur Herend vorbeischauen und sich in einer Werkstattführung die feine Handwerkskunst zeigen lassen.

Majestätisch erstrahlt die Erzabtei Pannonhalma, eines der ältesten Benediktinerklöster Ungarns, vom Martinsberg. Seit jeher ist sie nicht nur religiöses, sondern auch kulturelles Zentrum und seit 1996 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Im angrenzenden Benediktiner-Gymnasium ging noch Otto von Habsburg zur Schule. Im August ist die Institution zudem Heimat des Arcus Temporum Festivals, das Kunst und Spiritualität verbindet und Persönlichkeiten wie Jörg Widmann, Nicolas Altstaedt oder Dénes Várjon einlädt. Ein Besuch lohnt sich nicht nur wegen der Aussicht, die bei gutem Wetter weit ins Land reicht. Hier lässt sich der frische Wind, der hoffnungsfroh weht, bei milden Temperaturen genießen. Und noch etwas lässt sich hier finden zwischen Bibliothek, Baumwipfelpfad und Arboretum: Ruhe.

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