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Rezension Pierre-Laurent Aimard – Schubert: Ländler

Geballte Ladung

Lapidare Walzer, Ländler, unaufhörlich Beschwingtes: Pierre-Laurent Aimard lotet auf seinem neuen Album die kurzen Tanzstücke von Franz Schubert aus.

vonEcki Ramón Weber,

Starpianist Pierre-Laurent Aimard nimmt sich meistens Schwergewichte vor, von Bach bis Boulez, von Mozart bis Messiaen, zudem Zeitgenössisches. Jetzt hat er sich der Miniatur zugewandt. Denn als solche können die kurzen Walzer, Ländler und anderen Tänze von Schubert gelten: kleine Dinge für den geselligen Hausgebrauch, Skizzen, schnell entworfene Gedanken. Fast 450 davon hat Schubert hinterlassen. Unter den Händen von Aimard wird eine Auswahl daraus wie zu erwarten zu Preziosen, perlend, munter, auch mal sentimental, ausgestattet mit feinen Nuancen. Zuweilen geht aber der Chopin mit Aimard durch, wenn er allzu sehr auf noble, gefühlvolle Rubati setzt. Die in der Mehrzahl vom Alltag geprägten Stücke Schuberts könnten auch durchaus noch robustere Zugriffe vertragen. Dabei beherrscht Aimard selbstverständlich auch das Rustikale. Das beweist er zwischendurch. Überhaupt: Eine ganze CD voller kurzer Dreivierteltakt-Inspirationen ist auf Dauer etwas ermüdend. Da muss man schon großer Schubert-Fan sein. Oder passionierter Walzer-Gourmet.

Pierre-Laurent Aimard
Pierre-Laurent Aimard

Franz Schubert: Walzer, Ländler, Deutsche Tänze u. a. (Auszüge)

Pierre-Laurent Aimard (Klavier)
Pentatone

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