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Gil Shaham spielt Barbers Violinkonzert

Zwischen Freiheit und Fernweh

Mit Beethoven, Barber und Sibelius spannen das Luzerner Sinfonieorchester, Michael Sanderling und Gil Shaham einen Bogen von amerikanischer Klangpoesie bis hin zu sinfonischer Naturgewalt.

vonJulia Hellmig,

Ein sinfonischer Abend voller großer Gesten und klanglicher Opulenz erwartet das Publikum mit dem Luzerner Sinfonieorchester unter der Leitung von Michael Sanderling. Gemeinsam mit dem Geiger Gil Shaham präsentieren sie ein Programm, das klassische Formstrenge, amerikanische Klangpoesie und nordische Naturgewalt miteinander verbindet.

Den Auftakt bildet die Ouvertüre zu Beethovens Oper „Fidelio“, die unmittelbar in eine Welt von Freiheit, Hoffnung und menschlicher Entschlossenheit führt. Den Abschluss des Abends bildet die zweite Sinfonie von Jean Sibelius, ein Werk von stetig wachsender innerer Spannung, das aus kleinsten motivischen Keimen eine weit ausgreifende sinfonische Landschaft entstehen lässt.

Im Zentrum des Programms steht das Violinkonzert op. 14 von Samuel Barber. Der amerikanische Komponist übertrug 1939 die klangliche Wärme seines berühmten „Adagio for Strings“ auf die Dimensionen eines dreisätzigen Violinkonzerts. Gil Shaham, 1971 in den USA als Sohn israelischer Eltern geboren, wird dem fulminanten Finale mit seiner unverwechselbaren Virtuosität besondere Strahlkraft verleihen. Der farbenreiche Orchestersatz und die einprägsamen Melodien, die Shaham mit seinem unverwechselbaren Charakter interpretiert, entfalten dabei eine beinahe filmische Wirkung. Zugleich verdankt das Werk seine emotionale Intensität auch der Schweizer Bergwelt des Oberengadins: Erste Ideen zu der später in Paris und den USA vollendeten Komposition entstanden während Barbers Aufenthalt in Sils Maria.

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