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DVD-Rezension Rolando Villazón

Ein höchst clownesker Donizetti

Typentheater à la Commedia dell`arte trifft auf Slapstick der Stummfilmära: Rolando Villazón inszeniert Donizettis Liebestrank

vonPeter Krause,

Nirgends sind der Körperwitz und das Typentheater der uralten Commedia dell’arte so quicklebendig wie im Slapstick der Stummfilmära. Dass sich in der komischen Oper eines Donizetti nun beide Welten als heimliche Schwestern begegnen und bereichern können, führt Rolando Villazón in seiner entzückenden, sekundengenau und höchst musikalisch getimten Inszenierung vor: Der Liebestrank spielt in einer von Johannes Leiacker nachempfundenen Westernkulisse. Darin bringt beim Dreh des Streifens The Wild, Wild Girl ein frisch verliebter einfaltspinseliger Komparse die Story nach allen Regeln des absurd Clownesken durcheinander. Der heißt Nemorino. Natürlich gibt Villazón – auch sängerisch in Bestform – seine Paraderolle persönlich, die er mit Anleihen bei Buster Keaton, Charlie Chaplin und seinem mexikanischen Landsmann Cantinflas versieht. Ihm ebenbürtig: Ildebrando D’Arcangelo als Quacksalber Dulcamara.

Donizetti: L`elisir d`amore
Miah Persson & Regula Mühlemann (Sopran), Roman Trekel (Bariton), Ildebrando D`Arcangelo (Bassbariton), Rolando Villazón (Tenor & Regie), Balthasar-Neumann-Chor & -Ensemble, Pablo Heras-Casado (Leitung)
Deutsche Grammophon (DVD)

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