Startseite » Rezensionen » Sturm und Drang

Rezension René Jacobs – Beethoven: Leonore

Sturm und Drang

René Jacobs und das Freiburger Barockorchester präsentieren ein dezidiertes Plädoyer für die Frühfassung der „Fidelio“-Urfassung „Leonore“.

vonChristian Lahneck,

Wer sich Florestan als Fortissimo-Helden vorstellt statt als fast gebrochenen Gefangenen, sollte die Neuaufnahme von Beethovens „Fidelio“-Urfassung „Leonore“ großzügig umfahren. Denn Dirigent René Jacobs präsentiert ein dezidiertes und im Beiheft nachzulesendes Plädoyer für die Frühfassung. Wie schlüssig er dieses Konzept klanglich umsetzt, ist nicht nur dem ebenso flexibel wie farbig aufspielenden Freiburger Barockorchester zu verdanken, sondern auch einem (weitgehend) homogenen Sängerensemble, vorneweg mit einer Marlis Petersen, die der Leonore alles gibt, was sie braucht: Zartheit und Willensstärke, Koloraturen-Feinheiten und Sturm-und-Drang-Emphase. Die Dialoge wurden, wie in Jacobs’ „Zauberflöten“-Produktion, zum Mini-Hörspiel verdichtet. Die Aufnahme ist bis in Nischen hinein überlegt vorbereitet, so dass man sich am Ende fragt, warum der spätere Kompromiss-„Fidelio“ heute noch so oft der „Leonore“ vorgezogen wird.

René Jacobs
René Jacobs

Beethoven: Leonore

Marlis Petersen, Maximilian Schmitt, Dimitry Ivanshchenkjo, Robin Johannsen, u. a., Zürcher Sing-Akademie, Freiburger Barockorchester, Florian Helgath, René Jacobs (Leitung)
harmonia mundi

Anzeige

Auch interessant

Rezensionen

Termine

Aktuelle Rezensionen

Anzeige
Anzeige

Anzeige

Audio der Woche

The Bach Project – 75 Jahre Neubrandenburger Philharmonie

Das Jubiläumsalbum der Neubrandenburger Philharmonie ist eine glänzende Hommage an Bach, der wie niemand sonst Tradition und Vision, Struktur und Ausdruck, Klarheit und Emotion in sich zusammenfasste.

jpc Logo
Amazon Logo
Apple Music Button

Newsletter

Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!

Anzeige