Startseite » Rezensionen » Trauer, Martern, Herzeleid

Rezension Olga Peretyatko – Mozart+

Trauer, Martern, Herzeleid

Olga Peretyatko stellt sich den exorbitanten Anforderungen von Opernpartien zwischen dem feudalen und dem bürgerlichen Zeitalter.

vonRoland H. Dippel,

Eine spannungsgeladene Gegenüberstellung: Ist es gerecht, dass Mozart weitaus hochrangiger klassifiziert wird als seine komponierenden Zeitgenossen? Olga Peretyatko stellt sich den exorbitanten Anforderungen von Opernpartien zwischen dem feudalen und dem bürgerlichen Zeitalter. Dabei liegen ihr die intime Trauergeste der großen Klagearie von Tommaso Traettas „Antigona“ und die im vokalen Zierrat noch schlichte Cavatina der Rosina aus Giovanni Paisiellos europaweit gefeiertem „Barbier von Sevilla“ weitaus besser als Mozarts Konstanze oder die große Szene der Gräfin Almaviva. Wärme hat Peretyatko vor allem in den vorbereitenden Legato-Passagen zu ihren hier milde genommenen Höhentorpedos. Für das lyrische Mozart-Fach und dessen Charakterschattierungen gibt sie vorerst ein schönes Versprechen. Dramatische Akzente setzt hier vor allem der für die Ära der Vorgänger Mozarts bestens erfahrene Ivor Bolton.

Mozart+
Mozart: Arien aus „Die Entführung aus dem Serail“, „Le nozze di Figaro“, „Don Giovanni“ & „La clemenza di Tito“, Einlagearien KV 582 & 583 zu Vicente Martín y Soler „Il Burbero di buon curore“
T. Traetta: 3 Arien aus „Antigona“
Martin y Soler: Arie aus „Il Burbero di buon curore“
Paisiello: Arie aus „Il Barbiere di Siviglia“

Olga Peretyatko (Sopran), Sinfonieorchester Basel, Ivor Bolton (Leitung)
Sony Classical

Auch interessant

Rezensionen

Anzeige

Anzeige

Audio der Woche

Musik des Mozart-Sohns Franz Xaver

Andriy Dragan und das Musikkollegium Winterthur entdecken die Klavierkonzerte des jüngsten Mozart-Sohns.

Newsletter

Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!