Startseite » Rezensionen » Fundierte Respektlosigkeit

Rezension Les Épopées – Monteverdi: L’Orfeo

Fundierte Respektlosigkeit

Authentisch und überzeugend gestalten das französische Ensemble Les Épopées und Julian Prégardien als titelgebender Orfeo Monteverdis frühe Oper.

vonRoland H. Dippel,

Julian Prégardiens Sänger Orfeo ist alles andere lyrisch und sein Solo an die Wälder sogar von einer forschen, fast frenetischen Ausgelassenheit. Am unteren Rand des Stimmungsbarometers rieseln in der Begegnung des mit fahler Sinnlichkeit gestaltenden Luigi De Donato als Acheron-Fährmann Caronte Schauer der Kälte und Trostlosigkeit. Les Épopées stürzen sich mit durch hohes Fachwissen angeeigneter Respektlosigkeit auf die zu einer der ersten Opern gewordenen Tragödien-Rekonstruktion mit Dante-Zitaten aus dem bildungshungrigen Zeitgeist der Spätrenaissance. Alle lassen sich von der französischen Deklamationspräzision für die dramatische Adaption nach antiken Mythologie infizieren und stellen ihre Stimmen in den Dienst authentischer Gestaltung. Eine packende Gesamtleistung mit Kraft, sängerischer Griffigkeit und Sensibilität. Diese Aufnahme ist der perfekte Einstieg für Monteverdi-Neulinge.

Les Épopées
Les Épopées

Monteverdi: L’Orfeo

Julian Prégardien (Orfeo), Les Épopées, Stéphane Fuget (Leitung)
Château de Versailles Spectacles

Auch interessant

Rezensionen

Termine

Aktuelle Rezensionen

  • „Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“
    Interview Joshua Bell

    „Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“

    Seit 2011 leitet Joshua Bell die Academy of St Martin in the Fields. Sein Violinspiel liegt in zahlreichen Aufnahmen vor – und in 20 000 digitalen Samples.

Anzeige

Audio der Woche

Gabriel Meyer präsentiert „Before I Knew“

Der Zürcher Pianist Gabriel Meyer veröffentlichte am 19. Dezember 2025 seine zweite Single „Before I Knew“. Das Stück setzt den mit dem Debüt begonnenen Weg fort und ist Teil des Albums „Remember“, das im Mai 2026 erscheint.

Newsletter

Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!