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Rezension Lang Lang – Saint-Saëns

Rollenspiele

Lang Lang zeigt sich bei Saint-Saëns einmal mehr als wandlungsfähiger Pianist, dessen Spiel jedoch kaum in die Tiefe vordringt.

vonChristoph Vratz,

Hier ist er König, hier kann er ständig in andere Rollen schlüpfen, tierische zwar, aber auch die spiegeln ja Eigenschaften wie hektisch, majestätisch, verträumt… Pianist Lang Lang hat den „Karneval der Tiere“ aufgenommen und dazu Saint-Saëns’ zweites Klavierkonzert. Er spielt wandlungsfähig wie die Fische, elegant wie der Schwan, brüllend wie der Löwe. Das kann er, doch im Klavierkonzert zeigt sich, dass er pianistisch zu vielem in der Lage ist, sein Spiel sich aber nicht weiterentwickelt hat. Immer wieder bleibt der Eindruck: Lang Lang spielt toll Klavier, dringt aber kaum weiter vor. Da mag das Gewandhausorchester Leipzig unter Andris Nelsons noch so farbig assistieren. Das übrige Programm ist französisch geprägt und bunt, mit Bearbeitungen und Vierhändigem an der Seite von Gina Alice. Auch hier: Hinter allem Knalligen und vielen Bonbons muss man den Nährwert schon gezielt suchen.

Lang Lang mit Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons und Gina Alice
Lang Lang mit Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons und Gina Alice

Saint-Saëns
Saint-Saëns: Karnavel der Tiere, Klavierkonzert Nr. 2 g-Moll op. 22, Etüde op. 111 u. a., Werke von Ravel, Debussy, Fauré, Delibes, Sohy, Farrenc, Tailleferre, Bonis & L. Boulanger

Lang Lang (Klavier), Gina Alice (Klavier 4-händig), Gewandhausorchester Leipzig, Andris Nelsons (Leitung)
Deutsche Grammophon

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