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Rezension Igor Levit – Brahms: Klavierkonzerte

Klangsensualist

Mit romantischer Klangfülle präsentieren Igor Levit und die Wiener Philharmoniker unter Christian Thielemann Johannes Brahms‘ Klavierkonzerte.

vonChristoph Vratz,

Zeitnah zu seinem TV-Projekt „The Piano“ wendet sich Igor Levit in der neuen Album-Trilogie seiner Kerntätigkeit zu und spielt Klavier. Diesmal Brahms: Neben den beiden Klavierkonzerten hat er die späten Werkgruppen op. 116-119 ausgewählt. Levit ist ein Klangsensualist. Das beweist er allein beim Pedalgebrauch, etwa im ersten Satz des d-Moll-Konzerts. Er kann den Flügel streicheln, und er kann ihn mächtig fordern. Was Levit nicht möchte: die Tempi überreizen. Das hängt auch mit den Wiener Philharmonikern zusammen und Christian Thielemann, der einen eher romantisch fülligen Klang bevorzugt, weniger die kammermusikalische Verkleinerung. So ergibt sich bei den Konzerten ein Brahms, der in sich vielschichtig klingt, emotional ausladend, der aber insgesamt allenfalls in Details, nicht vom Ansatz her neue Hörgewohnheiten entlockt. Spannungsvolle Monologe bilden die Solostücke.

Igor Levit
Igor Levit

Brahms: Klavierkonzerte Nr. 1 d-Moll op. 15 & Nr. 2 B-Dur op. 83, Stücke op. 116-119 & Walzer A-Dur op. 39/15

Igor Levit (Klavier), Wiener Philharmoniker, Christian Thielemann (Leitung)
Sony Classical

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