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DVD-Rezension Christian Thielemann

Ehehölle statt Liebestod

Katharina Wagner überrascht mit einer sehr heutigen Sichtweise auf das Werk ihres Urgroßvaters

vonAndreas Falentin,

Christian Thielemann dirigiert ein wenig distanziert, fast altmeisterlich, modelliert die ungewöhnliche, geradezu brennende Schönheit dieser Ausnahmemusik schlank heraus, vermeidet Rauschhaftes und gibt der außergewöhnlichen Modernität des Tristan nicht allzu viel Raum. Die findet sich eher in der Inszenierung von Katharina Wagner, die aus Marke einen Bösewicht macht, der Isolde statt Liebestod eine lebenslange Ehehölle beschert. Überraschenderweise passt das recht gut zur Musik ihres Urgroßvaters. In den Titelrollen gestalten Stephen Gould, mit viel Piano-Kultur und noch mehr Kondition, und die faszinierend furiose, inzwischen fast stimmfarblose Evelyn Herlitzius rollendeckend. Herausragenden Wagner-Gesang gibt es von Georg Zeppenfeld und Christa Mayer als Marke und Brangäne zu erleben – mit viel Differenzierungsvermögen und, immer noch, jugendlich-frisch klingenden Stimmen. 

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