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Rezension Sindy Mohamed – Farasha

Bratsche expressiv

Sindy Mohamed präsentiert sich als vielseitige, wandlungsfähige Musikerin mit großer Gestaltungskraft.

vonEcki Ramón Weber,

Schon das erste Stück berückt: Eine Sonate des weitgehend vergessenen französischen Spätromantikers Pierre de Bréville bringt die junge Bratschistin Sindy Mohamed in glühenden Farben und emotionalen Gesten. Ihre Phrasierung ist auf den Punkt, die Tongebung nuancenreich. Sie versteht es bestens, bei den kantablen Passagen ihr Instrument zum Singen zu bringen. Mendelssohns Frühlingslied ist damit bestens bei ihr aufgehoben. Die Romantik in der Sonate von Hindemith zeugt dagegen von der Distanz, Stilisierung und Ironie der Moderne. Da gibt es Stacheln und Widerborstigkeit, aber durchaus auch Funkenflug, Temperament und Übermut. Sindy Mohammed hebt dies alles deutlich hervor. Genauso überzeugend gelingt die Sonate für Fagott und Klavier von Camille Saint-Saëns auf der Bratsche, perlend, verträumt, schwärmerisch. Pianist Julien Quentin erweist sich als perfekter Partner bei diesen verschiedenen Idiomen. Mit einer faszinierenden Komposition des ägyptischen Komponisten Khaled al Kammar geht die in Marseille geborene Bratschistin auch zu den Wurzeln ihrer Familie zurück. Von dieser Farbe hätte man gerne noch mehr auf dem Album gehört.

Sindy Mohamed
Sindy Mohamed

Farasha
Bréville: Violasonate, Hindemith: Violasonate op. 11/4, Mendelssohn: Frühlingslied, Saint-Saëns: Sonate op. 168, Al Kammar: Faten Amal Harby

Sindy Mohamed (Viola), Julien Quentin (Klavier), Wassim Mukdad (Oud), Serdar Saydan (Riq)
Berlin Classics

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