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Rezension Raphaël Pichon – J. S. Bach: h-Moll-Messe

Durchdacht

Raphaël Pichon und sein Ensemble Pygmalion nehmen Bachs monumentale h-Moll-Messe bewusst schlank und doch ohne eigenwillige Effekte.

vonChristoph Vratz,

Lang ziehen sie sich hin, die Anfangsakkorde des „Kyrie“, als sollten sie den Gedanken der Ewigkeit einfangen. Hier herrscht keine Eile, sondern Versenkung. So eröffnen das französische Ensemble Pygmalion und Dirigent Raphaël Pichon ihre neue Bach-Einspielung mit der h-Moll-Messe. Umso kontrastreicher wirkt der Beginn des Gloria: wie ein Neubeginn nach dem so reflektierten Beginn. Hier nun schwingt die Musik, bevor mit dem „Et in terra pax“ wieder ein Moment des Nachdenkens folgt. So entsteht insgesamt eine sehr durchdachte Einspielung dieses Gipfelwerkes, bei der Chor, Solisten und Orchester eine Einheit bilden. Die Solostimmen und vor allem die Verbindung mehrerer Stimmen gelingt ausgewogen. Pichon vertraut auf einen schlanken Bach, dynamisch genau austariert, markant in den gestalterischen Gegensätzen, aber ohne jede vordergründig-effektbetonte Eigenwilligkeit.

Raphaël Pichon
Raphaël Pichon

J. S. Bach: h-Moll-Messe BWV 232

Julie Roset (Sopran), Beth Taylor (Mezzosopran), Lucile Richardot (Alt), Emiliano Gonzalez Toro (Tenor), Christian Immler (Bass), Pygmalion, Raphaël Pichon (Leitung)
Harmonia mundi

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