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Rezension Quatuor Diotima – Beethoven: Späte Streichquartette

Gläsern

Die Neue Musik-Spezialisten vom Quatuor Diotima nehmen sich mal nüchtern, mal vehement Beethovens späten Streichquartetten an.

vonChristoph Vratz,

Das 1996 in Paris gegründete Quatuor Diotima bewegt sich gern auf dem Gebiet der Neuen Musik, wie Einspielungen mit Werken von Ligeti, Boulez und Lachenmann zeigen. Eine Verbindungslinie zwischen Tradition und Moderne hat das Ensemble bereits 2019 mit seiner Aufnahme der sechs Bartók-Quartette gezogen. Jetzt widmet es sich den letzten fünf Streichquartetten von Ludwig van Beethoven. Die Einspielung besticht – im Positiven wie Negativen – durch eine gewisse Nüchternheit. Die einzelnen Stimmen klingen sehr direkt und klar, stellenweise gläsern in ihrem Verbund. Die historische Welt Beethovens wirkt wie in die Gegenwart ihrer Aktualisierung übertragen. Die Vehemenz des Vortrags, etwa in der Großen Fuge, entfernt jedes Körnchen Vergangenheitsstaub. Doch das Geheimnisvolle, Rätselhafte des späten Beethoven bleibt dabei etwas auf der Strecke. Insgesamt erweckt das Quatuor Diotima den Eindruck, es wolle immer alles aussprechen, aber nur selten etwas andeuten.

Beethoven: Streichquartette Nr. 12-16

Quatuor Diotima
Pentatone

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