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CD-Rezension Max Emanuel Cencic

Auf dem Weg zum Olymp

Urgewaltig: Max Emanuel Cencic nähert sich der neapolitanischen Oper vor allem mit Stimmkraft

vonAndreas Falentin,

Für sein aktuelles Album hat sich Max Emanuel Cencic teilweise erstmals auf CD eingespielte Arien aus der großen Zeit der neapolitanischen Oper vorgenommen, aufgrund ihrer vielfältigen Anforderungen an die Virtuosität sicher eine Art Olymp für Countertenöre. Musikalisch legt Cencic diese Prüfung mit Auszeichnung ab. Mit perfekter Technik, bestmöglicher Registerverblendung – fast ohne krähende Töne in der Höhe – und weichen Farben bleibt er keine Koloratur schuldig. Und natürlich beeindruckt er mit der, gerade für einen Countertenor, außergewöhnlichen Kraft und Dynamik seiner Stimme, die durch künstliches Abdunkeln, etwa in der Pergolesi-Arie L’infelice in questo stato, ein imposantes, fast wildes Gepräge erhält. Im Ausdruck allerdings bleibt der kroatische Countertenor merkwürdig pauschal, grenzt die Affekte kaum voneinander ab, macht die den Arien zugrunde liegenden Gefühle zu selten erlebbar.

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