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CD-Rezension Marin Alsop

Prokofjew mit großer Farbpalette

Marin Alsop lässt das Orchester gehörig Funken schlagen und sorgt für betörende sowie temperamentvolle Momente

vonEcki Ramón Weber,

Im Rahmen ihrer Gesamteinspielung sämtlicher Orchesterwerke von Sergej Prokofjew legt die US-amerikanische Dirigentin Marin Alsop mit ihrem Orchester aus São Paulo nun den zweiten Streich vor: Die vierte Sinfonie und die Ballettmusik L’entfant prodigue, die Prokofjew für die legendären Ballets russes komponierte. Die Kombination bietet sich an, weil die Sinfonie Material verarbeitet, das im Ballett keine Verwendung fand. In der Sinfonie lässt Marin Alsop das Orchester gehörig Funken schlagen, sorgt für betörende und temperamentvolle Momente. Bei der Ballettmusik bringt sie das biblische Gleichnis vom verlorenen Sohn mit Betonung auf der vielgestaltigen Faktur, mit dramatischer Zuspitzung, archaischer Wucht, Sinn für die grotesken Zwischentöne und Gespür für die intimen Momente. Die markanten Kontraste dokumentieren die breite Farbpalette der Musik Prokofjews anhand zweier Werke, die zeitnah entstanden sind.

Prokofjew: Sinfonie Nr. 4 op. 112 & The Prodigal Son op. 46
São Paulo Symphony Orchestra, Marin Alsop (Leitung)
Naxos

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