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Rezension Kirill Karabits – Liszt: Faust-Sinfonie

Grübeln und Glanz

Die Staatskapelle Weimar und Kirill Karabits kosten mit Brillanz die Oberflächenreize in Liszts Faust-Sinfonie aus.

vonRoland H. Dippel,

Langsam schreitet der Liszt-Zyklus der Staatskapelle Weimar mit ihrem ehemaligen GMD Kirill Karabits voran. Er rundet sich parallel mit Einspielungen Martin Haselböcks und der Orchester Wiener Akademie zur hoch kompetenten Werkschau des ungarischen Kosmopoliten im wirtschaftliche Armut mit hoher Kultur übertrumpfenden Weimar. Die Faust-Sinfonie gehört zu den faszinierendsten Stücken von Liszts Kompositionen, die das durch Goethe geprägte Weimar mit musikalischer Mondänität und virtuosem Impetus beglückten. Grübeln und Glanz, Elegie und Eleganz sind hier die Pole. Das Orchester hat neben der Suche nach Tiefe auch Freude an den Oberflächenreizen Liszts, kostet diese mit heutigem Instrumentarium und entsprechender Brillanz gern aus. Das Dämonische, Fahle, Verzerrte ergibt sich nebenbei und macht ebenfalls Eindruck. Man vergisst viel zu leichtfertig, dass die Klassikerstadt auch Musikstadt ist.

Kirill Karabits

Liszt: Faust-Sinfonie, Liszt/Reisenauer/Karabits: Mephisto-Walzer Nr. 3

Airam Hernández (Tenor), Herren des Opernchores des Deutschen Nationaltheaters Weimar & des Landesjugendchores Thüringen, Staatskapelle Weimar, Kirill Karabits (Leitung)
audite

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