Die wiederentdeckte, musikalisch schwer einzuordnende, einzige Zusammenarbeit zweier wesentlicher Komponisten ausgerechnet an einem patriotischen Sujet – Napoleon II. im Exil – ist schon aufgrund der historischen Situation kurz vor dem zweiten Weltkrieg hoch spannend. Dazu lässt diese Musik immer wieder aufhorchen. Sei es mit der von ironisierenden Trompeten unterminierten langen Walzerfolge im dritten Akt, mit dem seltsam kreisenden Beginn des vierten Aktes oder dem unheimlich leuchtenden Chorsatz an dessen Ende. Die Produktion markiert den Beginn einer intensiven Zusammenarbeit zwischen dem Label Decca, dem Orchester Symphonique de Montréal und ihrem langjährigen Chefdirigenten Kent Nagano, der mit Verve und Sensibilität dirigiert. Gesungen wird idiomatisch und auf gutem Niveau. Die Tremolo-Neigung der Sopranistin Anne-Catherine Gillet in der Titelrolle bleibt allerdings Geschmackssache.
CD-Rezension Kent Nagano
Glückliche Ausgrabung
Spannende historische Randnotiz: Iberts und Honeggers vergessene Erfolgsoper von 1937
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Kent Nagano zählt zu den gefragtesten Dirigenten unserer Zeit und kann pro Saison auf eine Vielzahl an Gastdirigaten bei führenden internationalen Klangkörpern blicken. Darüber hinaus ist er ab September 2026 Chefdirigent des Orquesta y Coro Nacionales de España – des Spanischen Nationalorchesters…
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