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Buchrezension Dror Mishani – Nicht

Auf den Hund gekommen

Der israelische Krimi-Autor Dror Mishani erzählt von einer großen Liebe im Schatten einer großen Lüge.

vonSabine Näher,

Zwar ist Lia, die weibliche Protagonistin in diesem Roman, eine Cellistin, doch die Musik spielt nicht wirklich eine Rolle in dieser Geschichte. Der Übersetzer Eli, Anfang Fünfzig und verwitwet, erwartet nicht mehr viel von seinem Leben, als er Lia bei einem Abendessen bei Freunden kennenlernt – und sich Hals über Kopf in sie verliebt. Mit ihrem Hund Felix muss sich Eli zwar erst arrangieren, aber als Lia mit ihrem Streichquartett zu einem Konzert nach Wien fliegt, kommt er ihrem Wunsch nach, solange auf den Hund aufzupassen. Ein fataler Fehler, denn Felix läuft weg und wird überfahren. In seiner Panik, Lia deshalb zu verlieren, verstrickt sich Eli in ein immer dichter werdendes Lügennetz. Der Leser, der den Fortgang aus seiner Perspektive miterlebt, ist zwischen Mitleid und Abscheu hin und her gerissen. Autor Dror Mishani, geboren 1975 in Cholon bei Tel Aviv, ist Spezialist für die Geschichte der Kriminalliteratur und mit seinen eigenen Krimis um den Ermittler Avi Avraham bekannt geworden. Auch „Nicht“ ist eigentlich ein Krimi, in dem der dem Leser bekannte Tod des Hundes von Eli verschleiert, von allen anderen aber aufgeklärt werden will. Mishani ist ein wunderbarer Erzähler, dessen eigenwilligem Ton man sich gerne anvertraut – und die 192 Seiten am liebsten hintereinander weg liest. Das Ende bringt eine unerwartete Wendung, aber keine Lösung. Der Leser bleibt verwirrt zurück.

Dror Mishanis Romane sind in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt
Dror Mishanis Romane sind in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt

Nicht
Dror Mishani
Diogenes, 192 Seiten
25 Euro

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