Bevor Johann Sebastian Bach in Leipzig Thomaskantor wurde, sammelte er während seiner Wanderjahre Erfahrungen an verschiedenen Höfen in Mitteldeutschland. Sechs Jahre, von 1717 bis 1723 wirkte er in Köthen, heute Sachsen-Anhalt. Hier entstand der erste Teil des „Wohltemperierten Klaviers“. Zudem die „Brandenburgischen Konzerte“, von Bach als „Sechs Konzerte mit mehreren Instrumenten“ bezeichnet und dem Preußischen Prinzen Christian Ludwig, Markgraf von Brandenburg-Schwedt, gewidmet. Bachs Dienstherr in Köthen, Fürst Leopold von Anhalt-Köthen, erlaubte dies großzügig. Ihm widmete Bach die weltliche Kantate „Durchlauchtster Leopold“. Paul Agnew, Les Arts Florissants und Gastsolisten bringen diese federnd und farbintensiv. In den Gesten könnte es aber noch prägnanter sein, auch könnten die Konturen noch geschärfter ausfallen. Das gilt auch für die Vokalparts. Im Brandenburgischen Konzert Nr. 5 jubiliert es frühlingshaft, hier wird alles schön prall ausgeformt. Doch der letzte kräftige Biss fehlt auch hier. Dennoch alles in allem eine sympathische Zusammenstellung.
Bach: A Life in Music Vol. 3
J. S. Bach: Orchestersuite Nr. 3 BWV 1067, Brandenburgische Konzert Nr. 5 BWV 1050, Durchlauchster Leopold BWV 173a, Präludium C-Dur BWV 846a & Präludium und Fuge c-Moll BWV 847
Miriam Allan (Sopran), Edward Grint (Bassbariton), Benjamin Alard (Cembalo), Les Arts Florissants, Paul Agnew (Leitung)
Harmonia Mundi


