Multiinstrumentalist Alon Sariel setzt mit „Plucked Bach III“ seine Erkundungen im Kosmos des Komponisten fort. Zum Abschluss der CD-Trilogie kommen erneut diverse Zupfinstrumente solistisch zum Einsatz: Verschiedene Mandolinen, die Erzlaute aus der europäischen Alten Musik und die türkische Bağlama, auch als Saz bekannt. Damit wirft Sariel wieder überraschende Schlaglichter auf das Œuvre Bachs. Wenn etwa das „Adagio“ aus der Violinsonate Nr. 3 C-Dur mit der basslastigen Erzlaute mehr Erdenschwere erhält. Oder das berühmte C-Dur-Präludium aus „Das wohltemperierte Klavier“ lässig in silbrig glänzenden, weichen Wellenbewegungen fließt. Selbst die Cellosuite Nr. 3 C-Dur überzeugt gezupft auf der Mandoline. Die Bogenbewegungen des Originals in einem langsamen Satz wie der Sarabande aus dieser Suite, macht Sariel mit den Resonanzen seines Instruments wett. Sensibel ausge-forschte Klangrede beherrscht der Musiker dabei sowieso. Insgesamt ein erfrischender Zugang. Man hätte allerdings noch gerne mehr Experimente gehört in der Art, wie Alon Sariel die Bağlama in einem kurzen Stück aus dem „Notenbüchlein der Anna Magdalena Bach“ einsetzt.
Plucked Bach III
J. S. Bach: Violinsonate Nr. 3 BWV 1005 (Auszug), Violinpartita Nr. 2 BWV 1004 u. a., Matteis: Alia Fantasia, Westhoff: Violinsonate Nr. 3 (Auszug)
Alon Sariel (Mandoline, Mandole, Erzlaute & Bağlama)
Pentatone


