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Rezension Bertrand Chamayou & Leif Ove Andsnes – Schubert 4 Hands

Subtile Mehrdeutigkeiten

Fein abgestimmt bilden Bertrand Chamayou und Leif Ove Andsnes ein Duo, das die Tiefe von Schuberts Klaviermusik hörbar macht.

vonChristoph Vratz,

Da wird ein Geheimnis formuliert, und wir wissen nicht genau welches. Aber wir hören, wie man dieses Geheimnis in Klang übersetzen kann. Das zeigen Bertrand Chamayou und Leif Ove Andsnes auf ihrem Duo-Album zu Beginn der f-Moll-Fantasie von Franz Schubert. Insgesamt vier seiner Werke hat das Duo erarbeitet. Nun bilden zwei Solisten nicht automatisch ein erfolgreiches Duo. Hier aber erkennen wir, was passiert, wenn zwei Musiker genau aufeinander hören. Weder Chamayou noch Andsnes sind Show-Pianisten, beide suchen nach subtilen Abstufungen: Mal transportiert die Melancholie, die sie bei Schubert finden, etwas Leidvolles, mal etwas Ahnungsvolles. Das gilt selbst für Passagen, die auf den ersten Eindruck hin fröhlich scheinen. Dieses Duo spielt nicht tollkühn, es möchte uns nicht überrumpeln, sondern hinführen in Zwischenreiche, die sich jeder Eindeutigkeit entziehen. Daher hört man diesem Duo gern zu.

Schubert 4 Hands
Schubert: Fantasie f-Moll D 940, Allegro a-Moll D 947, Fuge e-Moll D 952 &
Grand Rondeau A-Dur D 951

Bertrand Chamayou & Leif Ove Andsnes (Klavier)
Erato

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