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CD-Rezension Benjamin Moser

Feiner Beethoven

Spät-Vorlieben: Benjamin Moser trägt keine grellen Farben auf, sondern pinselt sich wachen Auges durch die Werke

vonChristoph Vratz,

Zwei Spät-Werke, zwei letzte Sonaten hat der Pianist Benjamin Moser für seine neue CD ausgewählt: Beethovens Opus 111 und Schuberts D 960. In der Maestoso-Einleitung zu Beethovens Sonaten-Epilog verzichtet Moser auf kathedralengroße Gebärden, das anschließende „con brio“ nimmt er nicht überbordend; doch zeichnet sich hier bereits ab, was im zweiten Satz offen zutage tritt: sein Gespür für gesanglichen Linien, für feingezeichnete Verläufe. Moser trägt keine grellen Farben auf, sondern pinselt sich wachen Auges durch die Verläufe und ihre Details. Das gilt besonders für Schuberts B-Dur-Sonate. Große Momente bietet er in der Durchführung des ersten und in den versonnen-versunkenen Momenten des zweiten Satzes. Wie keck antwortet darauf das Scherzo, bevor er das Rondo mit Andacht, aber keineswegs devot eröffnet. Besonders hervorzuheben Mosers immer wieder ahnungsvoll schwingenden Piano-Passagen!

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