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Rezension Arcadi Volodos – Schubert: Sonate D-Dur „Gasteiner“

Romantische Rückkehr

Arcadi Volodos besticht mit gesanglicher und präziser Klangrede in Schuberts „Gasteiner“-Sonate und Schumanns „Kinderszenen“.

vonJan-Hendrik Maier,

Nach siebenjähriger Pause meldet sich Arcadi Volodos mit zwei live in Paris aufgezeichneten Schwergewichten der Romantik zurück: Franz Schuberts „Gasteiner“-Sonate und Robert Schumanns „Kinderszenen“. In der Sonate, die zu den reifen Spätwerken Schuberts zählt, legt Volodos großen Wert auf die immer wieder anzutreffende Dualität der Klangcharaktere. Sanft-perlende Läufe wechseln sich mit scharf markierten Einschüben ab, das Tänzerische in der imaginären Wirtshausszene des dritten Satzes kommt erfrischend unerwartet, das Finale fühlt sich wie eine im positiven Sinn nicht enden wollende Melodie einer Spieluhr an. Makellos gerät gleichwohl Schumanns Zyklus. Volodos tritt hier als Erzähler auf, der aus glaubhaft kindlicher, naiver Perspektive die einzelnen Episoden schildert. Seine „Träumerei“ ist klangschön und frei von Kitsch, der „Hasche-Mann“ schreitet furios voran, der „Wichtigen Begebenheit“ verleiht er unaufdringlichen Nachdruck und beim abschließenden „Der Dichter spricht“ wähnt man sich am Ende eines langen Leseabends vor dem eingeheizten Kamin.

Schubert: Klaviersonate D-Dur D 850 „Gasteiner“ & Schumann: Kinderszenen op. 15

Arcadi Volodos (Klavier)
Sony Classical

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