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Rezension Andris Nelsons – Mendelssohn: Sinfonien & Oratorien

Warm tönend

Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons setzt in Felix Mendelssohns Sinfonien und den beiden großen Oratorien auf ein üppiges Klangbild.

vonChristoph Vratz,

Das Leipziger Gewandhausorchester hat unter Andris Nelsons alle fünf Sinfonien sowie die beiden großen Oratorien „Elias“ und „Paulus“ aufgenommen. Zu den Vokalsolisten zählen unter anderem Andrè Schuen, Wiebke Lehmkuhl und Werner Güra. Bietet dieses Projekt grundlegend neue Einsichten? Eher weniger. Lebt es von Geschlossenheit? Schon mehr. Nelsons weiß den Edel-Klangkörper so zu justieren, dass die warmen, erdigen Farben besonders intensiv zur Geltung kommen. Die feierlich-hymnischen Abschnitte geraten – in Oratorium und Sinfonie – eindringlich und ohne falsches Pathos. Extremisierungen, sei es beim Tempo oder bei der Dynamik, meidet Nelsons. Dafür setzt er auf den Reichtum eines vollen Klangs, hebt davon behutsam das Sanfte ab. Dass einige Feinheiten auf der Strecke bleiben, kann auch an der etwas pauschal abbildenden Klangqualität liegen. Es ist ein runder Zyklus, kein aufrüttelnder.

Mendelssohn: Sämtliche Sinfonien, Paulus & Elias

Julia Kleiter (Sopran), Christiane Karg (Sopran), Golda Schultz (Sopran), Joël Necker (Sopran), Elsa Benoit (Sopran), Wiebke Lehmkuhl (Alt), Werner Güra (Tenor), Andrè Schuen (Bariton), Georg Zeppenfeld (Bass), MDR-Rundfunkchor, Gewandhausorchester Leipzig, Andris Nelsons (Leitung)
Deutsche Grammophon

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