CD-Rezension Lang Lang

Krampfig keck

Vom Anschlagsgefühl, von seinen dynamischen Schattierungen her kann Lang Lang alles – allerdings ist weniger manchmal mehr

Lang Lang begibt sich auf heikles Parkett: Er erkundet Mozart. Das Doppelalbum enthält, in der Chronologie seiner Entstehung, drei Sonaten, die erkennen lassen, was man mit Mozart alles anstellen kann – und was man lieber bleiben lassen sollte. Lang Lang kann, vom Anschlagsgefühl, von seinen dynamischen Schattierungen her, alles! Aber seine seltsamen, teils winzigen Ritardandi, das Gewollte, Kluge, krampfig Kecke verzerren Mozarts Sonaten über ein gesundes Maß. Völlig überdreht sein Zugaben-Rondo alla turca. Weniger wäre mehr. Das zeigt Lang Lang, als er einige Monate später mit Nikolaus Harnoncourt und den Wiener Philharmonikern die beiden Konzerte KV 453 und 491 aufgenommen hat. Der Altmeister hat dem Jungspund die Mätzchen ausgetrieben, und das Ergebnis klingt ungleich glaubwürdiger. Zumal Harnoncourt seinen Mozart aus dem Eff-eff kennt und dies dennoch nicht nach Routine klingt.

Termine

Freitag, 06.11.2020 19:30 Uhr Laeiszhalle Hamburg

Lang Lang

J. S. Bach: Aria mit verschiedenen Veränderungen, Schumann: Arabeske C-Dur op. 18

Mittwoch, 18.11.2020 20:00 Uhr Philharmonie Berlin
Sonntag, 02.05.2021 19:30 Uhr Hannover Congress Centrum

Lang Lang, Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Paavo Järvi

Beethoven: Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op. 19, Brahms: Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73

Samstag, 20.02.2027 20:00 Uhr Konzerthaus Berlin

Lang Lang, Orchestre de Paris, Christoph Eschenbach

Wagner: Ouvertüre zu „Tannhäuser“, Beethoven: Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur op. 19 & Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92

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