Entdecker auf vier Saiten

CD-Rezension Jean-Guihen Queyras

Ent­de­cker auf vier Sai­ten

Mit dem BBC Symphony Orchestra spielt Jean-Guihen Queyras Werke von Elgar, Tschaikowsky und Dvořák unter der Leitung von Jiří Bělohlávek

Zehn Jah­re weil­te Jean-Gui­hen Quey­ras in Pierre Bou­lez' Ensem­ble Inter­con­tem­po­rain – wun­dert es da, dass der Cel­list aus Mont­re­al inzwi­schen zu einem der ent­de­ckungs­freu­digs­ten Solis­ten sei­ner Gene­ra­ti­on avan­ciert ist? Und auch wenn der pro­gram­ma­ti­sche Reiz sich erst beim zwei­ten Hören erschließt (näm­lich als Spie­gel der gegen­sätz­li­chen Stim­mun­gen Elgars wie auch Tschai­kow­skys), packt den Hörer Quey­ras‘ Ver­ve, Kraft und Inten­si­tät im Kon­zert des Bri­ten auf Anhieb. Fas­zi­nie­rend, wel­che Fein­hei­ten, See­len­klän­ge und sen­si­ble Klang­far­ben er aus sei­nem Instru­ment her­aus­holt und die sprö­de Ele­ganz des Wer­kes voll aus­kos­tet. Eine Dif­fe­ren­zie­rungs­kunst, die eben­so wie die schlan­ke Ton­ge­bung auch sei­ne Aus­ein­an­der­set­zung mit Tschai­kow­sky aus­zeich­net – scha­de allein, dass Jiri Belohlá­vek und das BBC Sym­pho­ny Orches­tra da nicht durch­weg mit der nöti­gen Prä­senz und Prä­gnanz zu fol­gen mögen.

Elgar: Cellokonzert op. 85, Dvořák: Rondo op. 94 & Waldesruhe (Klid) op. 68 Nr. 5, Tschaikowsky: Rokoko-Variationen op. 33
Jean-Guihen Queyras (Violoncello), BBC Symphony Orchestra, Jiří Bělohlávek (Leitung)
harmonia mundi

Weitere Rezensionen

CD-Rezension Jean-Guihen Queyras – Werke von C. P. E. Bach

Ent­fes­selt

Diese Musik ist brillant gemacht – das liegt auch an dem fabelhaften Cellisten Jean-Guihen Queyras weiter

CD-Rezension Jean-Guihen Queyras & Alexandre Tharaud – Brahms

Ein ein­ge­spiel­tes Team

Zwischen zwei Welten pendelt diese Brahms-Einspielung von Jean-Guihen Queyras und Alexandre Tharaud weiter

CD-Rezension Jean-Guihen Queyras

Aus­ru­fe­zei­chen

Mit dem Cellokonzert und dem ersten Klaviertrio geht ein ungewöhnliches Schumann-Projekt zu Ende weiter

Termine

Mittwoch, 01.03.2023 19:30 Uhr Stadthaus Winterthur

Jean-Gui­hen Quey­ras, Musik­kol­le­gi­um Win­ter­thur, Dun­can Ward

Rameau: „Les Indes galantes“ (Ballettsuite), Attahir: „Al Icha“ Konzert für Violoncello und Orchester, Roussel: Le Festin de l'Araignée op. 17, Haydn: Sinfonie Nr. 85 B-Dur Hob I:85 „La reine“

Auch interessant

Interview Jean-Guihen Queyras

„Eine Kari­ka­tur des per­ma­nent rei­sen­den Künst­lers“

Cellist Jean-Guihen Queyras über den Wert der Kommunikation in der Musik, seine Residency im Gürzenich-Orchester – und über Don Quixote. weiter

Jean-Guihen Queyras' Lieblingsstück

Schu­mann: Cel­lo­kon­zert a‑Moll op. 129

Für Jean-Guihen Queyras ist Robert Schumanns Cellokonzert a-Moll op. 129 eines der schönsten Solokonzerte überhaupt weiter

Internationales Musikfestival Heidelberger Frühling

„Es gibt immer jeman­den, der einen son­der­bar fin­det“

Unter dem Leitgedanken „Eigen-Arten" sollen Besucher des Heidelberger Frühlings ihre eigenen Emotionen entdecken weiter

Kommentare sind geschlossen.