3 Fragen an ...

Stefan Gwildis

Der Jazzmusiker Stefan Gwildis im Kurzinterview

In Deutschland wird gern zwischen U- und E-Musik unterschieden – fühlen Sie sich da als Musiker zweiter Klasse?

Ich halte es für klüger, die Musik in zwei andere Kategorien zu packen: in g- und b-Musik – geile Musik und bedeutungslose Musik. Wer mit Klang in Berührung kommt, fragt sich ganz automatisch: Packt mich die Musik und nimmt sie mich mit auf Reisen oder lässt sie mich kalt? Insofern gibt es auch keine Hörer oder Musiker erster oder zweiter Klasse.

Hat es Sie je gereizt, ein klassisches Instrument zu spielen?

Für mich war und ist der Rhythmus das klassischste und archaischste Element der Musik. Folglich war alles mit Schlagwerken, Trommeln, Schlagzeugen – auch Maschinen, Autos, Trecker, Herzschlag in allen Situationen, der Sound eines galoppierenden Wildschweins – Inhalt meiner Studien. Und dieses Studium wird wunderbarerweise noch lange andauern.

Sie selbst waren jüngst mit der NDR Bigband auf Tour – sind Jazzer offener für andere Genres als Klassik-Musiker?

Wer sich ernsthaft mit Musik beschäftigt, spürt, wie herrlich es ist, die Türen von Klangräumen zu öffnen, denn hier sind die Orte, an denen man den Begriff „Grenzenlosigkeit“ erfährt. Und diesen Respekt gibt es bei allen Musikern.

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