Wer den Titel von Alfred Schnittkes Oper „Leben mit einem Idioten“ liest, mag sich an Wohngemeinschaften der Studienzeit erinnert fühlen. Doch dort ging es hoffentlich nie so absurd zu wie in dem Musikdrama nach der gleichnamigen Erzählung von Wladimir Jerofejew. Darin muss ein namenloser Schriftsteller als Strafe den Patienten einer psychiatrischen Klinik bei sich aufnehmen. Bald beginnt der neue Mitbewohner eine sexuelle Beziehung mit der Frau des Protagonisten, bevor er ihr schließlich mit einer Gartenschere den Kopf abschneidet. Die 1980 veröffentlichte literarische Vorlage ist nicht nur als groteske Parodie auf den Alltag in der Sowjetunion zu verstehen, sondern zeigt die gewaltvollen und irrationalen Triebe des Menschen in exzessiver Brutalität. Alfred Schnittke verband die Musikstile etlicher Epochen, darunter direkte Anleihen von Bach bis Schostakowitsch, zu einer flirrenden Collage. Die überwiegend deklamatorischen Gesangsparts sind von großen Intervallsprüngen und extremen Spitzentönen gekennzeichnet. Für die Hauptrollen kommen internationale Gäste nach Magdeburg, unter ihnen der Grammy-nominierte Performance-Sänger Timur Bekbosunov.
Schnittke: Leben mit einem Idioten
-
„Offenheit schadet nicht, sie stärkt“
Der französische Cellist Gautier Capuçon engagiert sich sehr für die Ausbildung und Förderung junger Musiker.
Klassik in Ihrer Stadt
Newsletter
Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!



