Lange hat Beethoven an seiner einzigen Oper „Fidelio“ herumgewerkelt und im Laufe von neun Jahren drei Fassungen angefertigt, bis er mit seinem „Schmerzenskind“ einigermaßen zufrieden war. Die Textvorlage lieferte das bürgerliche Rührstück „Leonore oder Die eheliche Liebe“ des Franzosen Jean Nicolas Bouilly, das zwar Züge einer revolutionären „Rettungsoper“ trug, sich aber auch durch die Bearbeitung des Wiener Opernpraktikers und Librettisten Joseph Sonnleithner nicht zu jener metaphysischen Höhe aufschwang, die dem Komponisten der „Eroica“ vorschwebte. Beethoven rang also buchstäblich mit dem Stoff, um dem privaten Schicksal von Leonore, die als Mann verkleidet ihren Gatten Florestan aus der Gefangenschaft des Tyrannen Don Pizarro zu befreien versucht, eine allgemeinmenschliche Bedeutung zu geben. Sie kulminiert im jubelnden Duett des Finales „O namenlose Freude“, mit dem Florestan und Leonore die Erfüllung einer Utopie feiern. Leonores Befreiungstat wird zum emanzipatorischen Akt, zum Gleichnis für die Befreiung des Menschen schlechthin.
Beethoven: Fidelio
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„Eine sehr schöne, kontrollierte linke Hand“
Pianist Alexander Krichel hört und kommentiert Aufnahmen von Kollegen, ohne dass er weiß, wer spielt.
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