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Rezension Wiener Philharmoniker – Sommernachtskonzert 2023

Schillernd, heißblütig, zügellos

Die Wiener Philharmoniker unter Yannick Nézet-Séguin wandeln vor Schloss Schönbrunn abseits der Pfade festkonzerttypischer Gefälligkeit.

vonRedaktion,

Als wäre es eine Polka mit spanischem Einschlag, so rasend schnell jagen die Wiener Philharmoniker zu Beginn durch die „Carmen“-Suite. Sommernächtliche Schwelgereien vor der Schönbrunner Schlosskulisse in allen Ehren, aber an diesem Abend wollte man sich heißblütig, zügellos, gerne auch mal unkontrolliert leidenschaftlich geben. Und das funktionierte denn auch ganz vorzüglich. Elīna Garanča als beste Carmen unserer Zeit besingt die Liebe als rebellischen Vogel und erzeugt damit eine gewaltige Fallhöhe zur Arie „O ma lyre immortelle“ aus Gounods „Sapho“, in der die titelgebende Heldin kurz vor ihrem Freitod steht. Eine wohltuend schillernde Gala also, bei der die Musiker trittsicher abseits der Pfade festkonzerttypischer Gefälligkeit wandeln. Wobei natürlich Ravels „Boléro“ nicht fehlen darf. Und „Wiener Blut“ als Rausschmeißer erst recht nicht.

Wiener Philharmoniker
Wiener Philharmoniker

Sommernachtskonzert 2023
Werke von Bizet, L. Boulanger, Berlioz, Gounod, Ravel & Saint-Saëns

Elīna Garanča (Mezzosopran), Wiener Philharmoniker, Yannick Nézet-Séguin (Leitung)
Sony Classcial

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