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Rezension Saskia Giorgini – Liszt: Harmonies poétiques et religieuses

Feinfühlig

Mit ihrem ungewöhnlichen, aber überzeugenden Solo-Album rückt Pianistin Saskia Giorgini weniger den Virtuosen Liszt in den Fokus, sondern vielmehr dessen sanfte Stimme.

vonChristian Lahneck,

Die Pianistin Saskia Giorgini ist zuletzt mit Einspielungen als Lied-Pianistin in Erscheinung getreten, an der Seite des Tenors Ian Bostridge. Nun legt sie ein ungewöhnliches Solo-Album vor. Ihre Liszt-Einspielung rückt weniger den Virtuosen in den Fokus, sondern seine sanfte Stimme. Die „Harmonies poétique et réligieuse“ zeigen mehr den Grübler, den meditativen Liszt. Titel wie „Bénédiction“ oder „Funérailles“ sind gelegentlich als Einzelstücke zu hören, selten aber die komplette Sammlung. Giorgini begegnet dieser Musik mit Respekt und Umsicht. Die lisztsche Schlichtheit, ihre mystische Seite bringt sie überzeugend zum Ausdruck. Doch leitet sie daraus keine dauerhaft schwermütig-schattige Sichtweise ab, sondern setzt auf Farben und Tempi, die nicht schleppend wirken. Die Einspielung überzeugt durch Geschlossenheit und liedhafte Linienbildung.

Saskia Giorgini
Saskia Giorgini

Liszt: Harmonies poétiques et religieuses S 173

Saskia Giorgini (Klavier)
Pentatone

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