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Rezension Philippe Herreweghe – Monteverdi: Il quarto Libro de Madrigali

Subtile Behaglichkeit

Philippe Herreweghe und sein Collegium Vocale Gent arbeiten erfahren und kenntnisreich die Essenz der Montiverdi’schen Madrigale heraus.

vonChristian Lahneck,

Im Juni 2021 haben das Collegium Vocale Gent und Philippe Herreweghe in der Karmelietenkerk von Gent das vierte Madrigal-Buch von Claudio Monteverdi aufgenommen. Mit großer Kenntnis und all seiner Erfahrung führt der Belgier sein Vokalensemble durch diese Musik aus dem späten 16. Jahrhundert. Klassizität und Expressivität müssen einander nicht ausschließen. Das zeigt diese Produktion in jedem der zwanzig Abschnitte. Schon seit seinen Anfängen war die historische Aufführungspraxis für Herreweghe ein Weg zu einer äußerst feinen Art musikalischen Sprechens. Das setzt sich hier fort. Einen Kern herauszuarbeiten bedeutet für ihn nicht, mit erhobenem Zeigefinger darauf hinzuweisen, sondern ihn auf subtile Weise innerhalb seiner Umgebung leuchten zu lassen. Ist es ein Vorwurf oder pure Anerkennung, wollte man behaupten, dass diese Musik hier fast behaglich klingt? Auf jeden Fall ungemein schön.

Sprechen äußerst fein die musikalische Sprache des späten 16. Jahrhunderts: das Collegium Vocale Gent
Sprechen äußerst fein die musikalische Sprache des späten 16. Jahrhunderts: das Collegium Vocale Gent

Monteverdi: Il quarto Libro de Madrigali „Anima dolorosa“

Collegium Vocale Gent, Philippe Herreweghe (Leitung)
LPH037

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