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Rezension Joel Frederiksen – A Day with Suzanne

Kluge Hommage

Mit feinem musikalischen Gespür nähert sich Bassist und Lautenist Joel Frederiksen mit Kollegen den Songs von Leonard Cohen.

vonEcki Ramón Weber,

Der 2014 verstorbene legendäre Singer-Songwriter Leonard Cohen war ein Barde der Moderne. Bei seiner Cohen-Hommage präsentiert der Bass und Lautenist Joel Frederiksen mit seinen drei inspirierten Kollegen Bezüge bis in die Renaissance. Die Auswahl ergibt ein klug angelegtes Konzeptalbum. Dafür verschränken sich mitunter in einem Track zwei weit voneinander entfernte Vorlagen, etwa Cohens „Suzanne“ und Orlando di Lassos „Susanne un jour“. So entsteht eine eigene, überraschende Fusion. Allerdings ist dabei der unmittelbare Wechsel zwischen Song-Interpretation von Frederiksen und Renaissance-Chanson-Kunstgesang von Emma-Lisa Roux etwas gewöhnungsbedürftig. Zumal Roux mit strahlkräftigem Sopran angesichts der ihr stilistisch näheren Begleitung mit Lauten und Gambe profilierter hervorkommt. Und Frederiksen zu wenig Eigenes dem kernigen Vorbild Cohen entgegensetzt, somit etwas blasser bleibt. Alles nichtsdestoweniger höchst expressiv und von feinem musikalischem Gespür.

Joel Frederiksen
Joel Frederiksen

Frederiksen: A Day with Suzanne (A Tribute to Leonard Cohen)
Werke von Cohen, Lassus, Desprez u. a.

Emma-Lisa Roux (Sopran & Laute), Joel Frederiksen (Bass & Laute), Hille Perl (Viola da gamba), Domen Marincic (Viola da gamba & Virginal)
deutsche harmonia mundi

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