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Rezension Heinz Holliger – Schubert: Unvollendete

Bewegend

Heinz Holliger und das Kammerorchester Basel beschließen mit der „Unvollendeten“ ihren Schubert-Zyklus und überzeugen durch eine prägnante, sehr persönliche Lesart.

vonEcki Ramón Weber,

Mit der Beleuchtung der „Unvollendeten“ beschließen Heinz Holliger und das Kammerorchester Basel ihren Schubert-Zyklus. Das Album beginnt mit einer hypothetischen Rekonstruktion, einem Andante auf Entwürfen für ein Sinfonieprojekt aus Schuberts letztem Lebensjahr 1828, komponiert 1982 von Roland Moser. Diese Musik geht ohne Zäsur in die „Unvollendete“ über. Holliger deutet diese Sinfonie als Todesmusik und arbeitet deutlich das Schmerzliche, Brüchige, Versehrte und das Bedrohliche darin heraus. Diese prägnante, sehr persönliche Lesart überzeugt. Sie berührt durch Intensität und Kompromisslosigkeit. Dazu passt das verstörende Bläsernonett „Franz Schuberts Begräbniß-Feyer“, das Schubert als eigenen Trauerchoral mit sechzehn Jahren komponierte: tieftraurige Musik, deren Thema geradezu obsessiv wiederholt wird, eindringlich interpretiert. Wie auch Mosers darauf reagierender Echoraum. Ein sehr bewegender, klug gefasster Abschluss des Zyklus.

Das Kammerorchester Basel
Das Kammerorchester Basel

Schubert: Symphonie Nr. 7 h-Moll „Unvollendete“ D 759, Franz Schuberts Begräbniß-Feyer D 79 „Eine kleine Trauermusik“, Deutsche Tänze D 820 u. a.

Kammerorchester Basel, Heinz Holliger (Leitung)
Sony Classical

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