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Rezension Hamburger Camerata – Kurt Albrecht

Ambitionierte Ausgrabung

Nicht nur vergessene Barockkomponisten harren der Entdeckung. Auch das 20. Jahrhundert hält manches Verschollenes bereit: Zum Beispiel Musik von Kurt Albrecht.

vonEcki Ramón Weber,

Durch Zufall ist Geiger Gustav Frielinghaus auf den völlig vergessenen Komponisten Kurt Albrecht gestoßen. Das schwelgerische Vibrieren von dessen Werken aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – genau sind die Stücke nicht datiert – hat Frielinghaus gepackt. Albrechts spätromantische Chaconne für Violine und Klavier bietet kantablen, ausdrucksvollen Fluss. Die Sinfonie für Streichorchester und Pauken bricht in die Moderne auf, bringt spannungsvollen Neoklassizismus, so suggestiv wie gut gemachte Filmmusikt. Die Partita für Kammerorchester auf Material von Heinrich Schütz wagt humorvolle und verspielte Töne. Wenig ist bislang über Kurt Albrecht bekannt, er wäre noch ein Komponist für die Musikwissenschaft. Könnte sich womöglich lohnen. Mit Jaan Ots und der Hamburger Camerata hat Gustav Frielinghaus so ambitionierte wie inspirierte Kollegen für seine Ausgrabungen gefunden.

Hamburger Camerata
Hamburger Camerata

Werke von Kurt Albrecht
Sinfonie für Streichorchester & Pauken
Partita für Kammerorchester
Chaconne für Violine & Klavier op. 33

Gustav Frielinghaus (Violine & Leitung), Jaan Ots (Klavier), Hamburger Camerata
KKE Records

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