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Rezension Felix Krieger – Wolf-Ferrari: Il segreto di Susanna

Harmonische Ehekrise

Felix Krieger, die Berliner Operngruppe und zwei ideale Solisten bewegen sich grazil durch Wolf-Ferraris Kurz-Oper „Il segreto di Susanna“.

vonRoland H. Dippel,

Das Orchester der Berliner Operngruppe beherrscht das italienische Repertoire von den Belcanto-Spätausläufern bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts glänzend. Felix Krieger setzt Wolf-Ferraris Kontraste kulinarisch und grazil um: die melodischen Gesten im Streitduett, die pikante Begleitung der Arien, die Hurtigkeit der Sinfonia und das Zitat aus Debussys „Prélude à l’après-midi d’un faune“ zum Zigarettenrauch. Angesichts der wirkungsvollen Hauptpartien erstaunt es, dass die Oper nicht in noch mehr Einspielungen vorliegt. Hier agiert ein ideales Doppel: Lidia Fridman mit dem üppigen Material eines überbordend farbenreichen Soprans und Omar Montanari als ebenbürtiger Bariton-Platzhirsch mit vollendeten vokalen Umgangsformen. Das Ehedramolett von 1909 durchspielt in 46 Minuten Zärtlichkeit, Wut, Eifersucht und Versöhnung. Wolf-Ferrari hat da sehr genau in die Partitur von Verdis „Falstaff“ geblickt.

Berliner Operngruppe unter der Leitung von Felix Krieger
Berliner Operngruppe unter der Leitung von Felix Krieger

Wolf-Ferrari: Il segreto di Susanna

Lidia Fridman (Gräfin Susanna), Omar Montanari (Graf Gil), Orchester der Berliner Operngruppe, Felix Krieger (Leitung)
Oehms

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