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CD-Rezension Anna Vinnitskaya & Krzysztof Urbański

Poetische Tiefe

Nicht nur im zweiten Klavierkonzert, sondern auch bei der „Rhapsodie“ hat man nie den Eindruck, dass Anna Vinnitskaya irgendwo an ihre Grenzen käme

vonFrank Armbruster,

Braucht man noch eine Aufnahme vom zweiten Rachmaninow-Konzert? Unbedingt, wenn die Solistin Anna Vinnitskaya heißt! Die 34-jährige russischstämmige Pianistin zeigt auf ihrer neuen CD, dass sie das Zeug hat, eine der ganz Großen ihres Fachs zu werden. Technisch kann sie alles: Nicht nur im zweiten Klavierkonzert, sondern auch bei der ebenfalls extrem schweren „Rhapsodie über ein Thema von Paganini“ hat man nie den Eindruck, dass sie irgendwo an ihre Grenzen käme, ganz im Gegenteil: Oktavengewitter wie rasende Skalenläufe und Arpeggien gehen ihr fast provozierend leicht von der Hand. Zu ihrem virtuosen Potential kommt freilich noch eine poetische Tiefe, die sich vor allem in einer hoch differenzierten Anschlagskultur ausdrückt: kantabler, farbiger kann ein Flügel kaum klingen. Das von Krzysztof Urbański geleitete, einfühlsam begleitende NDR Elbphilharmonie Orchester macht das Glück perfekt.

Rachmaninow: Klavierkonzert Nr. 2 op. 18 c-Moll & Paganini-Rhapsodie op. 43

Anna Vinnitskaya (Klavier), NDR Elbphilharmonie Orchester, Krzysztof Urbański (Leitung)
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