Überflüssig

CD-Rezension Zubin Mehta

Über­flüs­sig

Zubin Mehta nimmt noch einmal Turandot auf – und scheitert vor allem an Andrea Bocelli

Vor 37 Jah­ren spiel­te Zubin Meh­ta in Lon­don unum­strit­ten die per­fek­te Turan­dot ein – mit einer gro­ßen Sän­ger­be­set­zung (Sut­her­land, Pava­rot­ti, Cabal­lé). War­um er das Stück nun in Valen­cia unter offen­sicht­lich viel schlech­te­ren Bedin­gun­gen ein wei­te­res Mal auf­ge­nom­men hat, lässt sich kaum erra­ten. Andrea Bocel­li führt sei­nen hübsch tim­brier­ten, so kern- wie sub­stanz­lo­sen Tenor phleg­ma­tisch spa­zie­ren und eta­bliert so ein Qua­li­täts­ni­veau, auf dem sich außer Jen­ni­fer Wil­son in der Titel­rol­le und dem klang­schö­nen Bass Alex­an­der Tsym­ba­ly­uk alle Sän­ger ein­pen­deln. Und Meh­ta passt sich an die­se Gege­ben­hei­ten an. Er lei­ert das – eigent­lich – lodern­de Dra­ma im Ein­heits­tem­po her­un­ter und traut sich kaum zu dyna­mi­schen Akzen­ten, wohl auch, um die Bemü­hun­gen des Ton­in­ge­nieurs nicht zu tor­pe­die­ren, der ver­zwei­felt ver­sucht, Bocel­lis schma­len Tenor auf Pava­rot­ti-Sound zu trim­men. Wer wird das hören wol­len?

Puccini: Turandot
Jennifer Wilson (Sopran), Andrea Bocelli (Tenor), Orquestra de la Comunitat Valenciana, Zubin Mehta (Leitung)
Decca (2 CDs)

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Termine

Montag, 26.06.2023 19:30 Uhr Stadtcasino Basel

Ber­li­ner Phil­har­mo­ni­ker, Zubin Meh­ta

Mozart: Sinfonie Nr. 41 C-Dur KV 551, Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36

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