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CD-REZENSION SIMON RATTLE

Auflösungsprozesse

In dieser Rekonstruktion des Finalsatzes der Neunten Sinfonie befinde sich mehr Bruckner als in Mozarts Requiem, stellte Simon Rattle anlässlich seiner Aufführungen der ergänzten letzten Sinfonie des Spätromantikers fest. Von den 653 Takten des durch „musikforensische“ Methoden eines Forscher-Quartetts ausgearbeiteten Schluss-Satzes seien lediglich 96 Takte von den Herausgebern hinzugefügt wurde. Jetzt legt EMI den Mitschnitt…

vonPeter Krause,

In dieser Rekonstruktion des Finalsatzes der Neunten Sinfonie befinde sich mehr Bruckner als in Mozarts Requiem, stellte Simon Rattle anlässlich seiner Aufführungen der ergänzten letzten Sinfonie des Spätromantikers fest. Von den 653 Takten des durch „musikforensische“ Methoden eines Forscher-Quartetts ausgearbeiteten Schluss-Satzes seien lediglich 96 Takte von den Herausgebern hinzugefügt wurde. Jetzt legt EMI den Mitschnitt der Berliner Konzerte vor. Natürlich beweisen die Philharmoniker darin ihren Ausnahmerang eines Eliteklangkörpers, und Rattle setzt auf Durchsicht im Bruckner-Nebel; die harmonische Modernität und Krassheit der Partitur kommt zum bewegenden Ausdruck. Zumal im „neuen“ Misterioso-Finale, dessen aufwühlende Auflösungsprozesse zwischen Hymnus und Zusammenbruch uns einen komponierenden Menschen nahebringen, der am Ende seines Lebens einmal mehr mit sich und der Welt ringt.

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