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CD-Rezension Matthias Goerne – Bach-Kantaten

Neubeginn

Die Intensität und Ernsthaftigkeit der Werke, die ihre Wirkungskraft bis heute nicht eingebüßt haben, fängt Matthias Goerne beeindruckend ein

vonJohann Buddecke,

Die von Matthias Goerne für diese CD ausgewählten Werke markieren einen Wendepunkt in Bachs geistlichem Vokalwerk: Weg vom verstärkt chorisch-geprägten Kantatentyp und hin zur Solokantate verwendet Bach erstmals Texte aus der damals theologisch höchst ungewöhnlichen Ich-Perspektive. Die Intensität und Ernsthaftigkeit der Tonsprache der Werke, die ihre Wirkungskraft bis heute nicht eingebüßt haben, fängt Goerne, der im Oktober 2017 den ECHO Klassik in der Kategorie „Sänger des Jahres“ entgegennehmen darf, mit seinem warmen Bariton beeindruckend ein, das Freiburger Barockorchester unter Gottfried von der Goltz bleibt dabei stets präsent, ohne der Stimme den Rang abzulaufen. Einen Kontrast liefert Bachs „Concerto für Oboe d’amore“. Ob das Solokonzert wirklich für das Holzblasinstrument aus Renaissance-Zeiten komponiert wurde, bleibt bis heute ein Rätsel – der sangliche Charakter des Stückes ergänzt hingegen fulminant den Gesamtklang des Albums.

Bach: Kantaten BWV 56, 82, 158

Matthias Goerne (Bariton), Freiburger Barockorchester, Gottfried von der Goltz (Leitung)
harmonia mundi

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