Präzision und Jubel

CD-Rezension Julia Lezhneva

Prä­zi­si­on und Jubel

Einmal mehr verblüfft Julia Lezhneva mit ihrem phänomenal leicht ansprechendem oberen Stimmregister

Für ihr zwei­tes Solo-Album bei der Dec­ca hat die erst 25-jäh­ri­ge Sopra­nis­tin erst­mals Hän­del auf die Agen­da gesetzt. Sie wid­met sich dabei aus­schließ­lich Kom­po­si­tio­nen aus den Jah­ren 1707-09, als das säch­si­sche Genie zum Ler­nen nach Ita­li­en ging und doch, zumin­dest was sei­ne dra­ma­ti­sche Gestal­tungs­kraft angeht, wohl sämt­li­chen ein­hei­mi­schen Kon­tra­hen­ten bereits über­le­gen war. Schon mit dem ers­ten Track fas­zi­niert Lezhne­va den Zuschau­er und wird ihn nicht mehr los­las­sen. In der Arie aus La Resurre­zio­ne wickelt sich ihre Stim­me gera­de­zu in hauch­zar­ten und den­noch jubeln­den Minia­tur­win­dun­gen um die kon­zer­tie­ren­de Solo-Vio­li­ne. Und es hört sich an, als mach­te das nicht die gerings­te Mühe. Zumal immer der Aus­druck im Vor­der­grund steht und nie der zir­zen­si­sche Effekt. Gio­van­ni Anto­ni­ni und Il Giar­di­no Armo­ni­co beglei­ten bril­lant und sen­si­bel, manch­mal viel­leicht eine Spur ritar­dan­do-ver­liebt.

Händel: Salve regina, Arien aus La Resurrezione, Rodrigo, Apollo e Dafne u. a.
Julia Lezhneva (Sopran)
Il Giardino Armonico
Giovanni Antonini (Leitung)
Decca

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Termine

Mittwoch, 29.03.2023 19:00 Uhr Stadtcasino Basel

Und immer siegt die Lie­be

Julia Lezhneva (Fiordiligi), Emőke Baráth (Dorabella), Sandrine Piau (Despina), Giovanni Sala (Ferrando), Tommaso Barea (Guglielmo), Konstantin Wolff (Don Alfonso), Basler Madrigalisten, Kammerorchester Basel, Giovanni Antonini (Leitung)

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