Cover- und Booklet-Gestaltung lassen keinen Zweifel: Der Pianist will Franz Liszt als musikalischen Hexenmeister inszenieren, ganz auf der Linie des romantischen Virtuosen-Kults, den Liszt selbst sattsam bediente. Zu hören ist dies allerdings nur bedingt auf der neuen CD des mit Preisen und Ehrungen ausgezeichneten Pianisten Jean Muller. Der erste Mephisto-Walzer bleibt viel zu brav, weder dämonische Schrecken noch teuflische Hitze, Groteske oder gar ekstatische Erotik werden entfacht. Es fehlen eine dezidierte Haltung, eine wirklich mutige Vision und die nötige Zuspitzung, der Übermut zum Aberwitzigen. Auch spieltechnisch könnten die Konturen hier auf jeden Fall geschärfter sein. So plätschert das Stück von einer nervösen Zuckung zur nächsten. Die überwiegend kleinformatigen Études d’éxecution transcendante scheinen Muller besser zu liegen. Hier verbindet er Virtuosität mit Atmosphäre.
CD-Rezension Jean Muller
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