Rezension Christoph Koncz – Mozart: Violinkonzerte

Mozarts Geige

Christoph Koncz spielt Mozarts Violinkonzerte auf jenem Instrument, das der Komponist in seiner Zeit als Konzertmeister am Salzburger Hof selbst in Händen hielt.

Die Gefahr bei dieser Aufnahme lauert darin, dass man hörend den Fokus fast ausschließlich auf das Instrument legt. Christoph Koncz hat mit den Musiciens du Louvre die fünf Violinkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart aufgenommen. Er spielt, und das ist das Besondere, jenes Instrument, das der Komponist in seiner Zeit als Konzertmeister am Salzburger Hof selbst in Händen hielt. Da Koncz auch als Dirigent aktiv ist, wundert seine Doppel-Aufgabe bei diesem Doppel-Album nicht. Die Aufnahme ist, Mozarts Geige hin oder her, nicht spektakulär, aber insgesamt sehr feingliedrig. Ein Mozart, der keine Grenzen sprengt, der aber auch nicht im Durchschnittsniemandsland verharrt – sie bewegt sich irgendwo dazwischen. Das liegt an der genauen kammermusikalischen Abstimmung zwischen Solist und Orchester, ihrem gemeinsamen Atem, und am ausgewogen, hell timbrierten, sensiblen Spiel von Koncz.

© Caroline Doutre

Christoph Koncz

Christoph Koncz

Mozart: Violinkonzerte Nr. 1-5

Christoph Koncz (Violine & Leitung), Les Musiciens du Louvre
Sony Classical

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