Seine musikalische Laufbahn begann der Countertenor Nils Wanderer als Knabensopran bei den Stuttgarter Hymnus-Chorknaben. Später studierte der gebürtige Ludwigsburger Gesang an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und absolvierte den Opera Course an der Guildhall School of Music and Drama in London. Internationales Aufsehen erregte Wanderer 2022 mit seinem Sieg bei dem von Plácido Domingo initiierten Operalia-Wettbewerb – als erster Countertenor überhaupt. Weitere künstlerische Impulse erhielt er in Meisterklassen von Vivica Genaux, Emma Kirkby und Axel Köhler.
Sein Repertoire umfasst sowohl wichtige Partien der Barockmusik, etwa in Händels „Giulio Cesare in Egitto“, als auch solche des neuen Musiktheaters, darunter den Edgar in Aribert Reimanns „Lear“. Wanderer ist gern gesehener Gast an Bühnen wie der Oper Frankfurt, der Staatsoper Berlin und dem Teatro Massimo di Palermo sowie bei wichtigen Festivals wie den Salzburger Festspielen und den Händel-Festspielen Halle. 2026 gibt er sein Debüt an der New Yorker Metropolitan Opera mit der Rolle des Leonardo in Gabriela Lena Franks „El Último Sueño de Frida y Diego“. Neben seiner Gesangskarriere ist Wanderer auch als Schauspieler, Choreograf und Regisseur tätig.


