Der Kölner „Ring“ steht nach dem „Rheingold“ an einer spannenden Wegscheide. Regisseur Paul-Georg Dittrich entwarf dort bereits ein übersteigert märchenhaftes, teils ins Horrorfantastische kippendes Bildertheater, das Wagners Metaphorik bis an die Belastungsgrenze treibt. Musikalisch hingegen öffnete Marc Albrecht bereits Perspektiven: Mit prägnantem Blech, scharfer Rhythmik und großer Härte zeichnet er die Skrupellosigkeit der Götterwelt unerbittlich nach. Darauf darf die kommende „Walküre“ bauen, wenn sich der Blick von der Göttersatire zur menschlichen Tragödie wendet: Siegmund und Sieglinde, verbotene Liebe, Walkürenritt und Wotans Zerreißprobe versprechen, dass Kölns „Ring“ nun erzählerisch wie musikalisch an Tiefe gewinnt.
Wagner: Die Walküre
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