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Rezension William Youn – Werke von Hahn, Fauré & Boulanger

Lust am Erzählen

William Youn und das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin haben sich Raritäten von Hahn, Fauré und Nadia Boulanger genauestens angeeignet.

vonChristoph Vratz,

Preiswürdig ist das Repertoire dieses Doppel-Albums: das kaum je eingespielte Klavierkonzert von Reynaldo Hahn, dazu eine Ballade und eine Fantaisie für Klavier und Orchester von Gabriel Fauré, schließlich die „Fantaisie variée“ von Nadia Boulanger. William Youn hat sich diese Werke genau angeeignet. In den weiteren geperlten, mitunter glitzernden Läufen erkennt man seine Mozart-Erfahrung, in den Momenten mit überraschenden Harmonien seine Vertrautheit mit den Nachwirkungen der Spätromantik. Der Charakter von Fantasie und Improvisation, die Lust am Erzählen wird in allen Werken hörbar. Dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und Valentin Uryupin hört man ebenfalls gern zu, weil es mal die Solostimme flankierend begleitet, mal so etwas wie Gegenkommentare liefert, mal gleichberechtigt mit dem Klavier agiert. Ergänzt wird das Programm durch von Youn selbst arrangierte Einzelstückchen.

William Youn
William Youn

Hahn: Klavierkonzert „A Chloris“ & Chanson grise Nr. 5, Fauré: Ballade op. 19, Fantaisie op. 111 & Après un rêve, N. Boulanger: Fantaisie variée

William Youn (Klavier), Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Valentin Uryupin (Leitung)
Sony Classical

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