Startseite » Rezensionen » Musik kennt keine Hautfarben

CD-Rezension Thomas Stimmel – roots//wurzeln

Musik kennt keine Hautfarben

Thomas Stimmel begibt sich auf Spurensuche nach Werken schwarzer Komponisten, die hierzulande kaum bis gar nicht wahrgenommen werden

vonNicole Korzonnek,

Fernab der bekannten Kunstlieder hat sich der Bass Thomas Stimmel auf Spurensuche begeben und nach Werken schwarzer Komponisten gesucht, die hierzulande kaum bis gar nicht wahrgenommen werden. Dabei hat er Schätze von Samuel Coleridge-Taylor, der einst als „afrikanischer Gustav Mahler“ galt, oder des Dvořák-Schülers Will Marion Cook ausgegraben, deren Songs durch ihre Mischung aus Spiritual, Broadway-Klängen, Swing und Kunstlied zu überzeugen wissen. Leider gilt das nicht immer unbedingt für Stimmels Interpretationen der Werke. Sein lyrisches Bass-Timbre klingt zwar angenehm, aber allzu oft wirkt seine Stimme bemüht, ja, teilweise in der Höhe sogar angestrengt. Und Lieder wie Cooks „My Lady“, die von einer beschwingten Leichtigkeit leben, kommen bei ihm schon arg behäbig daher, sodass sich die Strahlkraft der einzelnen Kompositionen nicht voll entfalten kann. Schade.

„roots//wurzeln“
Werke von H. T. Burleigh, S. Coleridge- Taylor, J. Perry, H. L. Adams, W. M. Cook

Thomas Stimmel (Bass), Philipp Vogler (Klavier), Eroica Berlin
ars vobiscum

Auch interessant

Rezensionen

Aktuelle Rezensionen

  • „Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“
    Interview Joshua Bell

    „Ohne Geige würde mir die Seele fehlen“

    Seit 2011 leitet Joshua Bell die Academy of St Martin in the Fields. Sein Violinspiel liegt in zahlreichen Aufnahmen vor – und in 20 000 digitalen Samples.

Anzeige

Audio der Woche

Gabriel Meyer präsentiert „Before I Knew“

Der Zürcher Pianist Gabriel Meyer veröffentlichte am 19. Dezember 2025 seine zweite Single „Before I Knew“. Das Stück setzt den mit dem Debüt begonnenen Weg fort und ist Teil des Albums „Remember“, das im Mai 2026 erscheint.

Newsletter

Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!