Startseite » Rezensionen » Stilbewusst

Rezension Martin Haselböck – Händel: Orgelkonzerte

Stilbewusst

Als Dirigent gelingt Martin Haselböck die heikle Verzahnung von Orgel- und Orchesterpart überwiegend gut. Solist Jeremy Joseph überzeugt durch Originalität.

vonFrank Armbruster,

Händels Orgelkonzerte op. 4 und op. 7 entstanden aus primär wirtschaftlichen Erwägungen: Innerhalb der Konkurrenz mehrerer Londoner Theater ins Hintertreffen geraten, wollte Händel mit dem Einschub von Orgelkonzerten in Opern- und Oratoriumsaufführungen dem Publikum neue Attraktionen bieten. Stilistisch nutzte er dabei, was ihm gerade einfiel beziehungsweise vor die Finger kam – bei einigen Konzerten von op. 7 verzichtete der begnadete Improvisator gar völlig auf die Ausarbeitung des Orgelparts: „Ad libitum“ lautet die Anweisung an den Solisten. Diese Leerstellen füllt nun Jeremy Joseph an der Orgel des Wiener Musikvereins gleichermaßen originell wie stilbewusst. Während Martin Haselböck bei einigen der Konzerte op. 4 als Orgelsolist rhythmisch etwas unstet wirkt, gelingt ihm als Dirigent die heikle Verzahnung von Orgel- und Orchesterpart überwiegend gut. Auch klangtechnisch sehr überzeugend.

Martin Haselböck

Händel: Orgelkonzerte op. 4 & 7

Martin Haselböck (Orgel & Leitung), Jeremy Joseph (Orgel), Orchester Wiener Akademie
Alpha (ALP742)

Auch interessant

Rezensionen

Termine

Anzeige

Anzeige

Audio der Woche

Eine Reise durch die tschechischen Lieder

Sir Simon Rattle bringt die vielfältigen Farben der tschechischen Orchesterlieder meisterhaft zum Leuchten, während Mezzosopranistin Magdalena Kožená auf dieser musikalischen Reise ihr feines Gespür für die heimische Liedkunst unter Beweis stellt.

Czecj Songs

Newsletter

Jeden Donnerstag in Ihrem Postfach: frische Klassik!